
Die Geschichte
Rund 600 Jahre lang, von 936 bis 1531, kamen deutsche Könige nach Aachen, um sich in der Pfalzkapelle Karls des Großen krönen zu lassen, und die Schatzkammer neben dem Dom bewahrt die Dinge, die sich um sein Andenken sammelten. Sie gehört zu den großen Kirchenschätzen Europas und ist in Räumen an der Westseite des Kreuzgangs zu sehen.
Vieles kreist um Karl selbst. Da ist ein römischer Marmorsarkophag aus dem frühen 3. Jahrhundert mit dem Raub der Proserpina, in dem er 814 beigesetzt wurde. Da ist die silbervergoldete Büste, um 1350 im Auftrag Kaiser Karls IV. gefertigt, um einen Teil seiner Schädeldecke aufzunehmen. Und da ist das Lotharkreuz von etwa 1000, in dessen Mitte eine antike Kamee mit Kaiser Augustus sitzt.
Gemälde sind hier seltener, umso mehr fällt der Aachener Altar auf. Das Passionstriptychon entstand um 1515 bis 1520 in Köln. Sein Maler ist nur als Meister des Aachener Altars bekannt, benannt nach eben diesem Werk. Geschaffen für die Kölner Karmeliterkirche, ging es im 19. Jahrhundert durch Privatsammlungen und wurde 1872 für den Dom erworben.
Im Zweiten Weltkrieg wurde der Schatz in Kisten verpackt und ausgelagert, zum Teil in einen Stollen in Siegen. Im Frühjahr 1945 machte sich der junge Vikar Erich Stephany auf die Suche und hatte ihn Ende Mai wieder in Aachen.
