Badia Fiorentina

Badia Fiorentina

Florenz, Italien


Die Geschichte

Wer durch die kleine Tür an der Via del Proconsolo tritt, gegenüber dem Bargello, steht im ältesten Kloster von Florenz. Willa, eine verwitwete Markgräfin von Tuszien, gründete es 978, und ihr Sohn Hugo, der Markgraf, der über die Region herrschte, ruht hier in einem Marmorgrab, das Jahrhunderte später der Bildhauer Mino da Fiesole schuf.

Das Bild, wegen dem die meisten Besucher kommen, ist die Vision des heiligen Bernhard von Filippino Lippi, dem Sohn des Malers Fra Filippo Lippi. Er malte es um 1486 für eine Familienkapelle im Kloster Campora vor der Porta Romana, und der Auftraggeber Piero del Pugliese kniet in der unteren Ecke. Als jene Kirche während der Belagerung von Florenz 1529 und 1530 beschädigt wurde, brachte man die Tafel hierher, und hier ist sie geblieben. Der Heilige schreibt an einem groben Pult in einer Felslandschaft, als ihm die Jungfrau erscheint, und hinter seiner Schulter nagt ein kleiner Dämon an seiner Kette.

Über der Kirche erhebt sich der schlanke sechseckige Glockenturm, um 1330 vollendet. Dante, dessen Familie wenige Straßen entfernt wohnte, erwähnt in der Göttlichen Komödie die Glocken der Abtei, die der alten ummauerten Stadt die Stunden schlugen. Im Obergeschoss bewahrt der Orangenkreuzgang einen Freskenzyklus des 15. Jahrhunderts zum Leben des heiligen Benedikt, und die Abtei ist bis heute ein lebendiges Kloster. Seit 1998 leben hier die Monastischen Gemeinschaften von Jerusalem, die jeden Abend die Vesper singen.

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