
Pfarrkirche Mariä Krönung, Stuppach
Bad Mergentheim, Deutschland
Die Geschichte
Im Jahr 1532 wurde ein Gemälde aus der Stiftskirche in Aschaffenburg entfernt und verschenkt. Der Erzbischof von Mainz schickte es dem Hochmeister des Deutschen Ordens nach Mergentheim, und dort blieb es fast 300 Jahre. Es war die Madonna von Matthias Grünewald, um 1514 bis 1516 für eine Kapelle Maria Schnee gemalt, im Auftrag von Heinrich Reitzmann, einem Kanoniker dieser Kirche. Ihr Rahmen befindet sich noch heute in Aschaffenburg, und ein Flügel mit dem Schneewunder hängt im Augustinermuseum in Freiburg.
1809 löste Napoleon den Orden in den deutschen Staaten auf, und sein Besitz in Mergentheim wurde zerstreut. 1812 kaufte Balthasar Blumhofer, Pfarrer im nahen Dorf Stuppach, die Tafel für seine Kirche, in der Annahme, sie sei ein Rubens. Erst später erkannte man sie als Werk Grünewalds, und heute zählt sie neben dem Isenheimer Altar zu seinen Hauptwerken.
Heute hat das Bild einen eigenen Raum, eine Kapelle, die 1930 und 1931 an die Pfarrkirche Mariä Krönung angebaut wurde. Es ist hinter Glas zu sehen und wird nur selten ausgeliehen. Maria hält das Kind im Freien, über ihr ein Regenbogen, daneben ein Feigenbaum voller Früchte, und hinter ihr erhebt sich eine gotische Kirche, deren Architektur die Forschung mit dem Straßburger Münster in Verbindung bringt.
