
Die Geschichte
Dem großen Altarbild im Städtischen Museum von Pesaro fehlt die Spitze. Giovanni Bellini, der venezianische Meister, malte diese Marienkrönung für die Kirche San Francesco in Pesaro, irgendwann zwischen den frühen 1470er und den frühen 1480er Jahren. Christus krönt Maria auf einem Thron unter freiem Himmel, umgeben von den Heiligen Petrus, Paulus, Hieronymus und Franziskus, und die offene Rückenlehne des Throns rahmt eine Burg auf einem Hügel. 1797, während der französischen Besetzung, wurde die bekrönende Tafel mit dem toten Christus abgetrennt und nach Paris gebracht. Der Bildhauer Antonio Canova holte sie 1815 zurück, doch sie kam nach Rom und befindet sich bis heute in der Vatikanischen Pinakothek.
Der Rest blieb in Pesaro und hängt heute im Palazzo Mosca, einem alten Adelssitz im Zentrum der Stadt, in dem die städtischen Museen untergebracht sind. Zwei kleinere Tafeln von Bellini leisten ihm Gesellschaft, ein Gottvater und ein rundes Haupt Johannes des Täufers, wobei manche Forscher dieses kleine, düstere Tondo dem Maler Marco Zoppo zuschreiben. In derselben Gemäldegalerie hängt Guido Renis Sturz der Giganten.
Die andere Hälfte des Museums gehört der Keramik. Ihre Vitrinen zeigen die bemalte erzählende Majolika, die im 16. Jahrhundert im alten Herzogtum Urbino entstand, in Werkstätten in Urbino, Casteldurante, Gubbio und in Pesaro selbst.

