Clemens Sels Museum Neuss

Clemens Sels Museum Neuss

Neuss, Deutschland · Website


Die Geschichte

1870 porträtierten zwei Maler aus demselben Londoner Kreis jeweils Maria Zambaco, eine Bildhauerin und Modell aus einer wohlhabenden griechischen Familie, die sich in London niedergelassen hatte. Dante Gabriel Rossetti zeichnete sie mit farbiger Kreide, blass und nachdenklich, mit einem roten Federfächer in der Hand. Edward Burne-Jones, der sich in sie verliebt hatte und beinahe mit ihr durchgebrannt wäre, malte sie in Gouache. Beide Bildnisse befinden sich heute in Neuss, der Stadt am Rhein gegenüber von Düsseldorf.

Dass sie hier hängen, ist der Kunsthistorikerin Irmgard Feldhaus zu verdanken, die ab den 1950er Jahren Symbolismus und Präraffaeliten für das Museum erwarb, während die meisten Museen der Region die Klassische Moderne sammelten. So entstand eine in Deutschland ungewöhnliche Sammlung, stark bei den französischen Nabis, mit Vuillards Blick auf den Square des Batignolles in Paris, und im belgischen Symbolismus, mit James Ensors dicht gedrängtem Interieur Der bürgerliche Salon II.

Den Anfang bildete die Kunst- und Heimatsammlung von Clemens Sels, die der Stadt zusammen mit einem Vermächtnis seiner Witwe Pauline übergeben wurde. Damit wurde 1912 ein erstes Museumsgebäude errichtet, das im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Seit 1975 steht das Museum in einem modernen Bau des Architekten Harald Deilmann neben dem Obertor, dem mittelalterlichen Stadttor, und seine übrigen Räume zeigen naive Malerei und Funde aus Novaesium, dem römischen Lager, aus dem Neuss hervorging.

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