
Die Geschichte
Für ein kleines Backsteinmuseum an einem stillen Brügger Kanal besitzt das Groeningemuseum etwas Erstaunliches. In einem Raum hängt Jan van Eycks Madonna mit dem Kanonikus van der Paele, 1436 vollendet, ein Gemälde so scharf, dass man die Spiegelungen in einer Rüstung und die Bartstoppeln am Kinn des knienden Kanonikus lesen kann. Van Eyck arbeitete hier in Brügge, als die Stadt eine der reichsten Europas war, und dies ist Ölfarbe, so weit getrieben, wie es je jemand gewagt hatte.
Die Sammlung erwuchs aus Bildern, die aus Brügger Kirchen und Klöstern gerettet wurden, als man sie schloss, und sie blieb vor Ort. Um van Eyck hängen Hans Memling, Hugo van der Goes und Gerard David, die Maler, die das Brügge des 15. Jahrhunderts zur Kunsthauptstadt Nordeuropas machten.
Versäumen Sie nicht Davids Urteil des Kambyses, 1498 von der Stadt für das Rathaus als Warnung an korrupte Beamte bestellt. Es zeigt einen bestechlichen Richter, der bei lebendigem Leib gehäutet wird, in ruhiger, genauer Detailtreue gemalt, damit die Ratsherren an ihren Pulten zweimal nachdächten.






