Kupferstich-Kabinett Dresden

Kupferstich-Kabinett Dresden

Dresden, Deutschland · Website


Die Geschichte

In einer Schublade im Dresdner Residenzschloss liegt ein Blatt Papier, auf das der flämische Maler Jan van Eyck in den 1430er-Jahren mit dem Silberstift das Gesicht eines alten Mannes zeichnete. Daneben notierte er, welche Farben er für das gemalte Bildnis brauchen würde. Das Gemälde befindet sich heute in Wien. Der Dargestellte gilt seit Langem als Kardinal Niccolò Albergati, ein päpstlicher Diplomat, doch wer er wirklich war, ist bis heute eine offene Frage. Wie der größte Teil der Sammlung ist die Zeichnung nur ab und zu ausgestellt, denn Licht schadet dem Papier.

So funktioniert das Kupferstich-Kabinett, das Museum für Grafik der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Es bewahrt mehr als eine halbe Million Werke auf Papier, von Albrecht Dürer und Rembrandt bis zum Romantiker Caspar David Friedrich, dazu rund 200 Arbeiten der Berliner Grafikerin Käthe Kollwitz. 2004 zog es als erste Sammlung in das wiederaufgebaute Residenzschloss, den Sitz der sächsischen Herrscher, zurück. In einem der oberen Geschosse laufen wechselnde Ausstellungen, und im Studiensaal kann sich jeder ausgewählte Blätter vorlegen lassen.

Der Bestand ging aus der Kunstkammer der sächsischen Kurfürsten hervor und wurde 1720 unter August dem Starken, Kurfürst von Sachsen und König von Polen, ein eigenes Museum. Im Zweiten Weltkrieg kam der größte Teil nach Schloss Weesenstein außerhalb der Stadt und überstand so die Bombardierung im Februar 1945. Danach brachte die Rote Armee den Großteil in die Sowjetunion, das meiste kehrte bis 1958 zurück. Rund 50.000 Blätter gelten bis heute als verschollen.

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