
Die Geschichte
Das Museum für Angewandte Kunst Köln besitzt sowohl den Rot-blauen Stuhl, den der Niederländer Gerrit Rietveld 1918 entwarf, als auch eine Komposition seines Landsmanns Piet Mondrian von 1920. Design und Malerei so nebeneinanderzustellen ist die Idee der wichtigsten Schausammlung des Hauses, „Kunst + Design im Dialog“, in der Haushaltsdesign von Dieter Rams, Möbel von Charles und Ray Eames und ein Memphis-Regal von Ettore Sottsass die Räume mit der Kunst ihrer Zeit teilen.
Auch das Gebäude hat seine Geschichte. Rudolf Schwarz, einer der führenden deutschen Architekten der Nachkriegszeit, errichtete den schlichten roten Backsteinbau zusammen mit Josef Bernard zwischen 1953 und 1957 für das Wallraf-Richartz-Museum, Kölns traditionsreiche Gemäldegalerie. Er steht auf dem Gelände eines mittelalterlichen Franziskanerklosters, dessen quadratischer Innenhof den Grundriss bis heute bestimmt, und neben ihm erhebt sich die gotische Klosterkirche, die Minoritenkirche. Das Kunstgewerbemuseum zog erst 1989 ein, nachdem die Gemälde in einen Neubau am Dom umgezogen waren. Sein eigenes Haus am Hansaring, 1900 eröffnet, war im Zweiten Weltkrieg zerstört worden, die Sammlung aber fast vollständig gerettet.
Diese Sammlung, 1888 von Kölner Bürgern begründet, umfasst heute mehr als 100.000 Objekte vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Dazu gehören eine Holzskulptur von Tilman Riemenschneider, dem spätgotischen Bildschnitzer, und ein Kabinettschrank, den David Roentgen, der berühmte Kunsttischler aus Neuwied, 1777 und 1778 schuf. Eine neue ständige Schmuckabteilung, Ende 2024 eröffnet, umspannt rund 8.000 Jahre Schmuckgeschichte.
