
Die Geschichte
Während der Prüfungen am Royal Holloway wird ein Gemälde mit einem Union Jack verhängt. Es ist Edwin Landseers »Der Mensch denkt, Gott lenkt« von 1864, zwei Eisbären zwischen den Trümmern einer verschollenen Arktisexpedition, ein Motiv, angeregt durch die Schiffe von Sir John Franklin, die nach 1845 im Eis verschwanden. Eine Studentenlegende besagt, wer das Bild während einer Prüfung ansieht, falle durch, und das Verhängen begann in den 1970er-Jahren, um einen einzigen ängstlichen Prüfling zu beruhigen.
Royal Holloway ist in erster Linie ein College der University of London, auf einem Campus am Hang bei Egham in Surrey. Eine Kunstsammlung besitzt es wegen seines Gründers Thomas Holloway, der mit dem Verkauf von Pillen und Salben ein Vermögen machte. Zwischen 1881 und 1883 kaufte er auf Auktionen mehr als 70 viktorianische Gemälde für das Frauencollege, das er gerade baute. Er starb, bevor Königin Victoria es 1886 eröffnete.
Die Bilder hängen noch heute in der Picture Gallery im Founder's Building, einem riesigen Bau aus rotem Backstein und Naturstein, den der Architekt William Henry Crossland nach dem Vorbild des französischen Schlosses Chambord entwarf. Der teuerste Ankauf war Edwin Longs »Der babylonische Heiratsmarkt«, eine Szene nach dem griechischen Geschichtsschreiber Herodot, in der junge Frauen als Bräute versteigert werden. 1882 gehörte sein Preis zu den höchsten, die je für ein modernes Gemälde gezahlt worden waren.

