
Die Geschichte
Am 13. Dezember 1978 verschwand eine kleine Tafel aus dem Städtischen Museum von Saint-Germain-en-Laye, der alten Königsstadt westlich von Paris. Es war Der Gaukler: ein Straßenzauberer beim Becherspiel, ein Zuschauer beugt sich gebannt vor, und ein Mann hinter ihm zieht ihm unbemerkt den Geldbeutel. Im Februar 1979 wurde das Bild wiedergefunden. Es wiederholt eine Komposition von Hieronymus Bosch, dem niederländischen Maler, und entstand in seinem Umkreis. Von den etwa 15 bekannten Fassungen gilt es als die beste.
Seit dem Diebstahl wird es nur zu besonderen Ausstellungen gezeigt, und so lernen die meisten Besucher das Museum über alles andere kennen. Die Sammlung begann 1848, als der örtliche Notable Louis-Alexandre Ducastel und der Aquarellmaler Eugène Bunout die Bürger dazu brachten, der Stadt Werke zu schenken. 1872 kam Ducastels eigene Sammlung als Vermächtnis hinzu. Eine zweite Säule folgte 1968, als der Gartengestalter André Vera Werke und das gesamte Atelierarchiv seines Bruders, des Malers Paul Vera, übergab. Heute besitzt das Musée Ducastel-Vera rund 9.000 Stücke und zeigt sie im Wechsel, darunter Maler, die mit der Stadt verbunden sind, wie François Bonvin und Maurice Denis. Eine Auswahl hängt in der Eingangshalle des Rathauses.
