
Die Geschichte
Mitten auf der Avenida Paulista, São Paulos belebtester Verkehrsader, schwebt ein langer Kasten aus rotem Stahl und Glas in der Luft. Die Architektin Lina Bo Bardi hob das ganze Museum auf vier leuchtend rote Betonpfeiler und schuf eine Spannweite von 74 Metern, sodass der Platz darunter zur Straße hin offen bleibt, seit der Eröffnung 1968 genutzt für Demonstrationen und Märkte.
Das Museum war die Idee von Assis Chateaubriand, einem Pressemagnaten, und Pietro Maria Bardi, einem italienischen Kunsthändler und Ehemann der Architektin. Ab 1947 trugen sie die feinste Sammlung europäischer Kunst Lateinamerikas zusammen, von Raffael und Bosch bis Van Gogh und Renoir.
Bo Bardi hängte diese Gemälde auf eine Weise, die niemand zuvor versucht hatte. Jede Leinwand schwebt auf einer Glasscheibe, die in einen Betonblock eingelassen ist, sodass man dem Bild im offenen Raum begegnet, mit nichts an der Wand dahinter, und um es herumgehen kann, um die Rückseite zu lesen. 1996 wurden die Staffeleien abgebaut und nach Jahren im Depot 2015 wieder aufgestellt, und die Schar der schwebenden Bilder ist erneut das Erste, was man sieht.
Sammlung
41 Werke
Die Gräfin von Casa FloresAttributed to Francisco Goya, 1794
Der SchuljungeVincent van Gogh, 1888
Die Versuchung des heiligen Antonius (Hieronymus Bosch, São Paulo)Hieronymus Bosch, 1500
Angelika in KettenJean-Auguste-Dominique Ingres, 1859
Der segnende ChristusJean-Auguste-Dominique Ingres, 1834
Beweinung ChristiJacopo Tintoretto, 1560
Landschaft mit spazierendem Paar und MondsichelVincent van Gogh, 1890
Paul Alexis liest Émile Zola vorPaul Cézanne, 1869
Paul Viaud als Admiral des 18. JahrhundertsHenri de Toulouse-Lautrec, 1901
Bildnis Diego RiverasAmedeo Modigliani, 1916
Der heilige SebastianPietro Perugino, 1507
Der GipstorsoHenri Matisse, 1919
Die Steinbank im Garten des Hospitals Saint-PaulVincent van Gogh, 1889
Zigeunerin mit MandolineJean-Baptiste Camille Corot, 1874
Lächelnde Frau (Porträt der Alphonsine Fournaise)Pierre-Auguste Renoir, 1875
Porträt von Juliette CourbetGustave Courbet, 1873