Sankt-Paulus-Kirche in Antwerpen

Sankt-Paulus-Kirche in Antwerpen

Antwerpen, Belgien · Website


Die Geschichte

Wer durch das nördliche Seitenschiff der St.-Paulus-Kirche geht, kommt an fünfzehn Gemälden in einer Reihe vorbei, jedes mit einem Moment aus dem Leben Christi und Marias. Es sind die Geheimnisse des Rosenkranzes, um 1617 von elf Antwerpener Malern geschaffen, die Peter Paul Rubens für das Vorhaben gewonnen hatte. Rubens selbst übernahm nur eine Szene, die Geißelung Christi. Seine beiden begabtesten jungen Mitarbeiter steuerten ebenfalls je ein Bild bei, Anthonis van Dyck die Kreuztragung und Jacob Jordaens die Kreuzigung.

St. Paulus ist bis heute eine katholische Kirche, in der Gottesdienst gefeiert wird. Erbaut haben sie die Antwerpener Dominikaner, vollendet wurde sie 1571. Als die calvinistischen Jahre der Stadt 1585 endeten, kehrten die Brüder zurück und statteten sie im Geschmack des Barock neu aus, deshalb drängen sich an ihren Wänden so viele Bilder. Rubens ist noch zweimal vertreten, mit der Disputation über das Altarsakrament, einer Versammlung von Theologen um die Hostie auf dem Altar, und mit einer Anbetung der Hirten.

Mehr als 150 Jahre lang besaß die Kirche auch einen Caravaggio. Seine Rosenkranzmadonna kam 1623 nach Antwerpen, erworben von einer Gruppe einheimischer Maler, zu denen Rubens gehörte, und den Dominikanern geschenkt. 1786 beanspruchte Kaiser Joseph II. das Bild für seine eigene Sammlung, heute hängt es im Kunsthistorischen Museum in Wien.

Neben der Kirche liegt der Kalvarienberg, ein ummauerter Garten mit 63 lebensgroßen Figuren und neun Reliefs, aufgestellt zwischen 1697 und 1747.

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