Kopie nach Peter Paul Rubens


Die Geschichte

Die Galleria Palatina im Palazzo Pitti zeigt ein kleines Tafelbildnis von George Villiers, Herzog von Buckingham, dem englischen Hofgünstling, der 1628 ermordet wurde, und das Schild an der Wand nennt Rubens. Das Inventarblatt der Galerie selbst schreibt "Rubens Pieter Paul, copia da", Kopie nach Rubens. Der staatliche Katalog druckt den Namen ebenfalls, hält in seinem Text aber fest, die Ausführung sei schwach und schludrig und die Tafel bewahre womöglich eine verlorene Komposition von Rubens. Drei Museumsakten, drei Auffassungen, ein Bild.

Kopien nach Rubens gibt es in bemerkenswerter Zahl, und der Grund ist, dass er sich selbst verlegte. 1619 erwirkte er ein Privileg, das ihm die Kontrolle über die Stiche nach seinen eigenen Kompositionen sicherte, und Stecher wie Lucas Vorsterman machten Blätter daraus, die in ganz Europa verkauft wurden. Ein Maler in München oder Krakau konnte so einen Rubens kopieren, vor dem er nie gestanden hatte. Eines der Bilder unter diesem Eintrag, eine Anbetung der Hirten in München, entstand nach Vorstermans Stich statt nach dem Gemälde.

Was dieses Gewerbe hinterlassen hat, steht heute unter diesem Eintrag: Fassungen der Löwenjagd, des trunkenen Silen, der Bildnisse von Helena Fourment, der jungen Frau, die Rubens 1630 heiratete. Sie umspannen zwei Jahrhunderte. Eine heilige Katharina im Antwerpener Museum Plantin-Moretus wird um 1730 datiert, 90 Jahre nach seinem Tod, und ein Urteil des Paris auf der Krakauer Wawelburg ist eine Leinwand der 1820er Jahre.

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