Hans Memling

Hans Memling

1435–1494 · Habsburgische Niederlande · Altniederländische Malerei


Die Geschichte

Hans Memling wurde in Deutschland geboren, machte aber Karriere in Brügge, der reichsten Handelsstadt Nordeuropas im späten 15. Jahrhundert, wo italienische Bankiers und ausländische Kaufleute ihre Frömmigkeit mit flämischer Präzision gemalt haben wollten. Er wurde zum führenden Maler der Stadt und zu einem wohlhabenden Mann, der zu ihren reichsten Bürgern zählte.

Seine Kunst ist ruhig, fast bis zur Reglosigkeit. Wo seine Vorgänger angespannt oder befremdlich wirken konnten, gab Memling seinen Madonnen und Stiftern glatte, unbekümmerte Gesichter in aufgeräumten, sonnendurchfluteten Räumen, was zu einem großen Teil erklärt, warum die Auftraggeber ihn liebten. Eines seiner erfindungsreichsten Werke ist der Ursulaschrein, um 1489 vollendet, ein kleines vergoldetes Reliquiar in Form einer gotischen Kirche, dessen Seiten die Legende der Ursula und ihrer Gefährtinnen zeigen, die von den Hunnen bei Köln getötet wurden, erzählt in Szenen, die sich fast wie eine Bilderfolge lesen.

Dieser Schrein sitzt, wie mehrere andere Werke Memlings, noch heute in dem Gebäude, für das er geschaffen wurde, dem alten Sint-Janshospitaal in Brügge, wo Nonnen und Brüder die Kranken pflegten. Er trug außerdem dazu bei, die Mode zu verbreiten, Porträts vor echte Landschaften statt vor leeres Gold zu setzen, eine Idee, die nach Süden wanderte und Maler in Italien beeindruckte.

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Werke

45 Werke