Jean Bloé Niestlé
1884–1942 · Schweiz
Die Geschichte
Im Dezember 1911 wurde in München die erste Ausstellung des Blauen Reiters eröffnet, und unter den 14 Beteiligten war ein Schweizer Tiermaler, Jean Bloé Niestlé. Kurz nach der Eröffnung zog er sein Bild zurück, einen Fitis, einen kleinen olivgrünen Singvogel. Mit der avantgardistischen Richtung der Gruppe konnte er sich nicht identifizieren.
Dabei gehörte er zu ihren ältesten Freunden. Niestlé stammte aus einer wohlhabenden Drucker- und Verlegerfamilie in Neuchâtel, ging 1904 zum Malereistudium nach München und war seit diesen ersten Jahren eng mit Franz Marc befreundet, dem Maler der blauen Pferde, dessen Tierbilder er beeinflusste. 1913 zeigte eine Wanderausstellung in deutschen Städten die großen Vogelbilder, die er seit 1908 gemalt hatte.
Ab 1914 lebte er in Seeshaupt am Starnberger See, in einem Haus des Berliner Sammlers Bernhard Koehler. Eine Schaffenskrise, die Ende 1913 begonnen hatte, verschärfte sich mit dem Krieg und dem Tod Marcs und des Malers August Macke. Nach 1919 konnte er wegen schwerer Lähmungen kaum noch malen. 1938 zog er mit seiner Familie nach Paris, und 1942 starb er in Antony, gleich vor der Stadt.


