
Marx Reichlich
1460–1520 · Heiliges Römisches Reich · Renaissance im Norden, Deutsche Renaissance
Die Geschichte
1498 starb Michael Pacher, der bedeutendste Maler und Bildschnitzer Tirols, in Salzburg, und der Hochaltar der dortigen Franziskanerkirche blieb unvollendet. Zu den Männern um ihn gehörte Marx Reichlich, ein Maler aus Brixen in Südtirol, der 1494 Salzburger Bürger geworden war und an diesem Altar mitarbeitete. Gelernt hatte er bei Friedrich Pacher, einem weiteren Brixner Maler, und Michael Pachers tiefe, klar gebaute Räume begleiteten ihn sein Leben lang.
Die beiden Tafeln des Belvedere von 1502, die Heimsuchung und der Tempelgang Mariens, entstanden in seinen Salzburger Jahren. Sie stammen möglicherweise aus Hall in Tirol und kamen über eine Wiener Privatsammlung ins Museum. Um 1505 malte Reichlich einen Altar für Florian Waldauf, einen Rat Kaiser Maximilians I., der heute im Stadtmuseum von Hall steht. 1506 folgte ein Jakobus-Stephanus-Altar für Neustift, das Augustiner-Chorherrenstift bei Brixen, und seine Tafeln sind heute zwischen dem Stift und der Alten Pinakothek in München geteilt.

