
Heimsuchung Mariä
Details
Die Geschichte
Maria und ihre ältere Base Elisabeth, beide guter Hoffnung, fassen einander bei den Händen. Laut Lukasevangelium hüpfte das Kind im Leib der Elisabeth bei diesem Gruß. Reichlich verlegt die Begegnung in eine Stadt seiner eigenen Zeit. Dahinter steht ein weiß verputzter Bau mit quadratischen Fenstern, Eckerker und Zinnenkranz, darüber ein steiler bewaldeter Hang. Eine junge Frau im roten Kleid folgt Maria und balanciert ein Bündel auf dem Kopf. Weiter hinten tragen kleine Gestalten Lasten oder stehen plaudernd in den Türen. Die Forschung hat in Reichlichs Werk den Einfluss venezianischer Maler wie Giovanni Bellini und Vittore Carpaccio erkannt, und gerade Carpaccio füllte seine Bilder mit solchem Straßenleben. Die Tafel entstand als Gegenstück zum Tempelgang Mariä, beide datiert das Museum mit Fragezeichen auf 1502.
