
Max Oppenheimer
1885–1954 · Österreich, Vereinigte Staaten · Expressionismus
Die Geschichte
Im Winter 1910 arbeitete Max Oppenheimer in Egon Schieles Atelier in Wien, und die beiden jungen Maler porträtierten einander mehrmals. Er signierte mit MOPP, hatte an den Akademien in Wien und Prag studiert und 1908 und 1909 auf den Kunstschau-Ausstellungen des Kreises um Gustav Klimt ausgestellt. Mit Oskar Kokoschka, dem anderen aufstrebenden Expressionisten, lief es schlecht. Oppenheimers Plakat für seine erste Münchner Ausstellung zeigte ein hageres, blutendes Selbstbildnis, und Kokoschka warf ihm vor, ein eigenes Plakat kopiert zu haben.
Oppenheimer spielte leidenschaftlich Geige, und etwa ab 1914 wurde die Musik sein Hauptthema, mit Streichquartetten wie dem Klingler-Quartett von 1917. Gefragt war er auch als Porträtist von Schriftstellern und Musikern, darunter Thomas Mann und der Komponist Arnold Schönberg. 1926 begann er ein riesiges Orchesterbild, zunächst Das Konzert genannt, voller erkennbarer Gesichter, am Pult Gustav Mahler, Komponist und einst Direktor der Wiener Hofoper.
Nach dem sogenannten Anschluss Österreichs 1938 floh er, und 1939 ließ er die Tafeln per Schiff nach New York bringen, wo sie vielfach gezeigt wurden, unter anderem auf der Weltausstellung in San Francisco. Bis 1952 arbeitete er weiter an dem Bild, in der Hoffnung, es in Wien zu zeigen. Er starb 1954 in New York, arm und weitgehend vergessen. Im selben Jahr kaufte die Republik Österreich das Gemälde, drei Meter hoch und mehr als viereinhalb Meter breit, und heute hängt es als Die Philharmoniker im Belvedere.

