
Robert Campin
1375–1444 · Südliche Niederlande · Altniederländische Malerei
Die Geschichte
Lange trugen einige der zartesten frühen niederländischen Gemälde keinen Namen, nur eine Werkstattbezeichnung: der Meister von Flémalle, nach Tafeln, die man einst aus einer Abtei in Flémalle glaubte. Scharfäugig, häuslich, voll von Alltagsgegenständen, stammten sie deutlich von einer bedeutenden Hand in der Stadt Tournai um 1420.
Die meisten Forscher glauben heute, diese Hand gehörte Robert Campin, einem wohlhabenden, urkundlich belegten Tournaier Meister, auch wenn die Zuschreibung eher auf Schlussfolgerung als auf einer Signatur beruht und einige die beiden weiterhin auseinanderhalten. Unter jedem Namen sind die Bilder Meilensteine. Der Mérode-Altar verlegt die Verkündigung in einen schlichten flämischen Raum statt in den Himmel, mit einem Messingtopf, einem gefalteten Tuch und einer eben ausgeblasenen Kerze.
Campins Werkstatt bildete Rogier van der Weyden aus, der diesen neuen Realismus durch Europa tragen sollte. Sein eigenes Leben endete weniger geordnet. In einem Sittenprozess verurteilt, wurde er kurz verbannt, bevor mächtige Freunde das Urteil milderten, und er starb 1444 in Tournai.
Werke
7 Werke
Merode-AltarRobert Campin, 1430
Die Geburt ChristiRobert Campin, 1430
Werl-AltarRobert Campin, 1438
Triptychon mit der Grablegung ChristiRobert Campin, 1415
Die Vermählung MariäRobert Campin, 1420
Bildnis eines beleibten MannesRobert Campin, 1425
Der schlechte Schächer zur Linken ChristiRobert Campin, 1430