Tizian

Tizian

1488–1576 · Republik Venedig · Venezianische Schule


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Die Geschichte

Tizian leitete die geschäftigste und mächtigste Malwerkstatt im Venedig des 16. Jahrhunderts, und das über sehr lange Zeit. Geboren um 1488 in den Bergen nördlich der Stadt, übernahm er nach dem Tod Giovanni Bellinis die Stellung als führender Maler Venedigs und bestätigte dies 1518 mit einem monumentalen Altarbild der Himmelfahrt Mariens für die Frari-Kirche, dessen Figuren größer und lebendiger wirkten als alles, was die Stadt zuvor gesehen hatte.

Seine Wirkung reichte weit über Venedig hinaus. 1530 traf er Kaiser Karl V., den mächtigsten Mann Europas, und wurde dessen bevorzugter Porträtist. Der Geschichte nach bückte sich der Kaiser einmal, um einen Pinsel aufzuheben, den Tizian hatte fallen lassen – eine unerhörte Geste gegenüber einem bloßen Maler. Karl erhob ihn in den Grafenstand, und dessen Sohn Philipp II. von Spanien behielt Tizian jahrzehntelang in seinen Diensten und beauftragte eine Reihe großformatiger mythologischer Gemälde griechischer Götter und Sterblicher, die der Maler nach Madrid verschiffte.

Tizian arbeitete bis ins hohe Alter, und seine Spätwerke lösen sich fast bis zur Unschärfe auf, die Farbe wird ebenso mit den Fingern wie mit dem Pinsel verschmiert und gezogen, sodass die Bilder aus der Nähe betrachtet zerfließen. Er stand noch mitten in der Arbeit, als 1576 die Pest über Venedig hereinbrach. Sie tötete ihn im August jenes Jahres, zusammen mit seinem Sohn Orazio, und er wurde in derselben Frari-Kirche beigesetzt, die seinen ersten großen Triumph beherbergte. Er war ungefähr 88 Jahre alt.

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Werke

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