Werkstatt des Leonardo da Vinci

Hochrenaissance


Die Geschichte

2012 schickte das Museo del Prado eine Tafel, die es lange für eine weitere alte Kopie gehalten hatte, zu einer Ausstellung in den Pariser Louvre. Zuvor sahen die Restauratoren unter die Oberfläche. Die Infrarotbilder zeigten eine Unterzeichnung, die der Mona Lisa des Louvre durch jede Änderung hindurch folgt, die Säulenbasen an ihren Seiten, die Hände, die auf der Lehne wandern. Wer das gezeichnet hat, saß im selben Raum, während beide Tafeln entstanden. Dieselbe Kampagne nahm eine rund zwei Jahrhunderte später aufgetragene schwarze Übermalung ab, und hinter ihren Schultern kam die toskanische Landschaft zurück.

Diese Tafel zeigt, was die Formel meint. Werkstatt des Leonardo da Vinci ist eine Zuschreibungsformel, die Wendung eines Museums für ein Bild aus dem Atelier des Meisters, bei dem sich keine einzelne Hand benennen lässt. Leonardo führte in Florenz und in Mailand eine arbeitende Werkstatt, die Gehilfen wohnten und aßen dort, und Fassungen seiner Kompositionen herzustellen war gewöhnliches Geschäft. Für das Prado-Bild fallen meist die Namen seiner beiden engsten Schüler Salaì und Francesco Melzi, dazu die Mailänder Maler Giovanni Antonio Boltraffio und Marco d'Oggiono. Das Museum nennt keinen von ihnen.

Die Formel sagt etwas über Ort und Zeit. Werkstatt des heißt, das Bild entstand zu Lebzeiten des Meisters in seiner Werkstatt, mitunter neben dem Original. Formeln wie Nachfolger des, zugeschrieben, Kopie nach oder Nachahmer des liegen weiter weg, meist später und anderswo. Ein weiteres Bild unter dem Namen, Die sich umarmenden heiligen Kinder, zeigt den Christusknaben, der den kleinen Johannes den Täufer hält, eine heute verlorene Komposition Leonardos, die seine Schüler und Nachahmer etwa 30-mal wiederholten. Seine Fassung der Mona Lisa hängt im Prado in Saal 052B, eine Walnusstafel, 76 Zentimeter hoch, vom Museum auf die Zeit zwischen 1507 und 1516 datiert.

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Werke

2 Werke