
Jean-Antoine Watteau · PD
Eine Dame bei ihrer Toilette
Details
Die Geschichte
Um 1717 standen im Aktsaal der Pariser Akademie ausschließlich männliche Modelle. Wer eine Frau nach dem Leben zeichnen wollte, musste sich selbst darum kümmern. Watteau tat das gemeinsam mit dem Comte de Caylus, einem vermögenden Kunstliebhaber. Die beiden mieteten ein Zimmer und bezahlten Modelle. Aus diesen Sitzungen stammt die Frau auf dem Bett, und Watteaus Zeichnung von ihr liegt heute im British Museum.
Ungewöhnlich ist, dass hier keine Göttin und keine Nymphe gemeint ist. Eine Frau streift ihr Hemd ab oder zieht es an, die Zofe hält schon das Kleid bereit, ein ganz beiläufiger Augenblick. Das Bett dagegen hat es so nie gegeben. Watteau setzte es zum Teil aus dem Bett auf Rembrandts „Danaë“ zusammen, einem Gemälde, das damals vermutlich schon in Paris war. Von solchen Bildern Watteaus sind nur drei bekannt, denn gegen Ende seines Lebens bat er darum, sie zu vernichten.




