
Johannes Vermeer · PD
Allegorie des katholischen Glaubens
Details
Die Geschichte
Anders als seine stillen Zimmerbilder ist dieses Werk offen katholisch, und das war im protestantischen Holland heikel. Vermeer war zum Katholizismus übergetreten und malte um 1672 die Allegorie des Glaubens vermutlich für einen katholischen Auftraggeber. Eine Frau, der Glaube, sitzt mit der Hand auf der Brust, den Fuß auf einer Weltkugel, und blickt zu einer gläsernen Kugel hinauf, die an einem blauen Band von der Decke hängt und den Himmel bedeuten soll. Am Boden liegt eine Schlange, von einem Stein zermalmt, dazu ein angebissener Apfel, Zeichen der überwundenen Sünde. Die Sinnbilder entnahm Vermeer einem damals verbreiteten Handbuch der Bildzeichen. Über allem hängt ein Vorhang, den er beiseitegezogen hat, als gäbe er den Blick in eine verborgene Kapelle frei.




