
Antipater vor Julius Cäsar
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Die Geschichte
Ein römischer Feldherr, der vor Julius Cäsar kniet, ist ein seltsamer Anblick auf einem Kirchenaltar, und der Grund liegt in einer einzigen Geste. Die Geschichte stammt aus einem mittelalterlichen Geschichtsbuch. Der Feldherr Antipater wird vor Cäsar zu Unrecht angeklagt. Statt zu argumentieren, reißt er sein Gewand auf und zeigt die Narben, die er im Kampf für Rom davontrug, und die Wunden selbst sprechen ihn frei. Mittelalterliche Theologen stellten dieses Bild neben Christus im Jüngsten Gericht, der seine eigenen Wunden zeigt, um für die Menschen zu bitten. Diese Parallele ist der Grund, warum Witz die Szene um 1435 für den Heilsspiegelaltar in Basel malte. Er stellt sie in einen flachen, kahlen Raum, die Figuren monumental und nah an uns herangerückt, sodass der Blick zuerst auf die entblößten Wunden fällt.




