
Esther vor Ahasver
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Die Geschichte
Im Buch Ester wagt eine jüdische Königin ihr Leben, indem sie ungebeten vor den persischen König Ahasver tritt und vor ihm kniet, um Gnade für ihr Volk zu erbitten. Mittelalterliche Leser sahen in dieser knienden Gestalt eine Vorläuferin der Jungfrau Maria, die bei Christus für die Lebenden Fürbitte leistet, und darum erscheint Ester auf einem Basler Altar um 1435. Witz gibt der Szene fast keinen Schauplatz, einen flachen Raum, einen Goldgrund, den König auf dem Thron und die tief vor ihm gebeugte Königin, beide in die schweren Brokate gehüllt, die er so gern malte. Die Tafel ist nicht groß, keinen Meter auf jeder Seite, und doch füllen die beiden Figuren sie wie gemeißelter Stein. Alles hängt an der Antwort des Königs, dem goldenen Zepter, das er ihr entgegenhält, zum Zeichen, dass sie leben darf.




