
Édouard Manet · PD
Antonin Proust
Details
Die Geschichte
An dem Abend, an dem Manet dieses Bildnis fertig hatte, drehte er die Leinwand zur Wand. Niemand sollte es sehen, bevor es gerahmt war, denn ohne Rahmen, so sagte er, verliere ein Gemälde 100 Prozent. So erzählt es der Dargestellte selbst, Antonin Proust, Manets Schulfreund und damals Abgeordneter, in seinen Erinnerungen. 1879 hatte sich Manet vorgenommen, ihn auf einer weißen, unvorbereiteten Leinwand in einer einzigen Sitzung zu malen, gleichzeitig mit dem Bild „Chez le père Lathuille“, einem Paar im Garten eines Pariser Restaurants. Sieben oder acht Leinwände gingen dabei drauf, dann kam das Porträt auf einen Schlag. Die Hand im Handschuh sei erst angedeutet, meinte Manet, drei Striche noch, pique, pique, pique, und man werde sie spüren. Im Mai 1880 hing das Bild im Pariser Salon, der großen staatlichen Jahresausstellung, und zwar schlecht, wie Manet dem Freund schrieb, an einer abgeschrägten Wandecke neben einer Tür. Unten links steht bis heute die Widmung an Proust mit der Jahreszahl 1880.




