
Rundbogenstele: Kleopatra VII. opfert Isis, die Harpokrates stillt
Details
Die Geschichte
Die griechischen Buchstaben, manche noch rot ausgemalt, verraten, für wen dieser Stein bestimmt war. Aufgestellt wurde er für Königin Kleopatra, die vaterliebende Göttin, von einem Mann namens Onnophris, dem Vorsteher einer religiösen Vereinigung, wahrscheinlich im Fayum, der Oase westlich des Nils. Die Inschrift datiert ihn in das erste Jahr ihrer Regierung, die von 51 bis 30 vor Christus dauerte und mit ihrem Tod endete.
Das Bild über dem Text ist ganz und gar ägyptisch. Unter einer geflügelten Sonnenscheibe reicht eine Herrschergestalt mit der Doppelkrone von Ober- und Unterägypten und dem kurzen Pharaonenschurz zwei Gefäße der Isis, die auf einem Thron sitzt und ihren kleinen Sohn Harpokrates stillt. Zwischen beiden steht ein Opfertisch. Die Figur trägt die Tracht eines Königs, und doch sieht der Louvre in ihr Kleopatra selbst. Die Forschung ist sich nicht einig. Manche meinen, die Königin sei bewusst in der uralten Gestalt eines männlichen Pharaos dargestellt. Andere vermuten, die Stele sei schon früher für einen König gemeißelt worden, vielleicht für ihren Vater, und erst nachträglich für sie beschriftet. Der Louvre erwarb sie 1972.




