
Büste einer ptolemäischen Königin
Details
Die Geschichte
In der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts v. Chr. waren die Frauen des Ptolemäerhauses weit mehr als Gemahlinnen. Königinnen teilten den Thron mit Brüdern, Ehemännern und Söhnen, amtliche Urkunden wurden auch nach ihnen datiert, und auf den Tempelreliefs Ägyptens stehen sie neben dem König vor den Göttern. Aus diesen Jahrzehnten stammt die Basaltbüste. Das Museum datiert sie zwischen 150 und 100 v. Chr. und nennt keinen Namen.
Was sie besonders macht, hat eine italienische Studie von 1995 herausgearbeitet. Im Gesicht verbinden sich griechische und ägyptische Formensprache mit Zügen, die individuell wirken. Auf der Stirn trägt sie drei Kobras, den königlichen Uräus in dreifacher Ausführung, wie sonst nur eine kleine Gruppe ptolemäischer Königinnenstatuen. Die Autorin deutete die zusätzlichen Schlangen als mögliche Zeichen für Ansprüche auf bestimmte Länder. Die ungleich hohen Schultern verraten nach derselben Studie, dass ein Arm einst ein Füllhorn hielt, wie es ptolemäische Königinnen in ihren Statuen tragen. Die Büste gehört zum Alten Fonds des Museums, den zwischen 1824 und 1882 erworbenen Beständen, und ihr Fundort ist nicht überliefert.




