
GoldenArtists · CC-BY-SA-4.0
An der Schwelle zur Ewigkeit
Details
Die Geschichte
Im Frühjahr 1890 lebte van Gogh im Süden Frankreichs, in der Heilanstalt von Saint-Rémy, in die er sich nach seinen Zusammenbrüchen freiwillig hatte einweisen lassen. In diesen letzten Monaten vor seinem Tod griff er auf etwas Altes zurück. Acht Jahre zuvor, noch in Den Haag, hatte er einen ausgezehrten Armenhäusler gezeichnet und lithografiert, einen alten Rentner namens Adrianus Zuyderland, der auf einem Stuhl sitzt und das Gesicht in beiden Fäusten vergräbt. Nun übertrug er dieselbe Gestalt in Öl. Der Mann kauert in einem blauen Anzug am Feuer, den Kopf in die Hände gedrückt, die Schultern eingesunken. Van Gogh malte kein Modell aus dem Leben, sondern aus der Erinnerung an das acht Jahre alte Blatt, und er tat es zu einer Zeit, in der ihm das Malen selbst schwerfiel. Über das Motiv schrieb er seinem Bruder Theo, in einem solchen alten Mann liege der Ausdruck von etwas Erhabenem, an das die glühenden Kohlen im Kamin erinnerten. Wenige Wochen nach diesem Bild verließ er die Anstalt und zog nach Auvers bei Paris, wo er im Juli desselben Jahres starb.




