
Athena aus dem Westgiebel des Aphaiatempels
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Die Geschichte
Fast das ganze 19. Jahrhundert hindurch wusste niemand, aus wessen Tempel diese Figuren stammten. Man sprach vom Tempel des Zeus Panhellenios, und weil Athena in der Mitte beider Giebel steht, hielten manche Gelehrte ihn für ein Heiligtum der Athena. 1901 grub der Münchner Archäologe Adolf Furtwängler im Heiligtum auf Ägina und fand Inschriften, die die Frage entschieden. Der Tempel gehörte Aphaia, einer alten Ortsgöttin der Insel, die später fast in Vergessenheit geraten war. Noch der Führer der Glyptothek von 1922 hielt eigens fest, dass man den Tempel früher irrtümlich Zeus oder Athena zugeschrieben hatte.
Die Göttin in der Mitte dieses Giebels steht also im Haus einer anderen. Hier ist sie die Athena des Trojanischen Krieges, die bei Homer auf der Seite der Griechen kämpft. Sie trägt Helm und Aigis, den schützenden Ziegenfellumhang, dazu einen Schild. Während links und rechts von ihr der Kampf tobt, blickt sie frontal nach vorn, und meist versteht man sie als Göttin, die mitten im Geschehen gegenwärtig ist, für die Krieger aber unsichtbar bleibt.




