
Albrecht Dürer, Avarice, 1507. Wikimedia Commons. · PD
Der Geiz
Details
Die Geschichte
Dürer malte dieses Gesicht 1507 auf die Rückseite eines Bildnisses, des Brustbilds eines jungen Mannes. Vorn der Jüngling, hinten das hier, beides gehört zusammen. Eine alte Frau beugt sich vor, die Schulter entblößt, und umklammert einen Beutel voller Münzen, den Mund verzogen, sodass man die zwei Zähne sieht, die ihr geblieben sind. Das Fleisch ist dick und rau aufgetragen, nichts daran ist geschönt. Sie ist kein wirklicher Mensch, sondern eine Warnung, Geiz und Verfall des Alters in einem Bild, von der Art, die man damals neben seinen Kupferstich Melencolia stellte. Das Geld, das sie so fest hält, ist genau das, was sich als wertlos erweist. Die Tafel ist klein, kaum größer als ein Blatt Papier. Dreht man sie um, steht auf der anderen Seite der schöne junge Mann, noch nicht zu diesem geworden.




