
Albrecht Dürer, The Rhinoceros, 1512. Wikimedia Commons. · PD
Das Rhinozeros
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Die Geschichte
1515 traf in Lissabon ein lebendes Nashorn ein, das erste, das Europa seit der römischen Antike zu sehen bekam. Der Sultan von Gujarat hatte es dem portugiesischen Statthalter in Indien geschenkt, dieser schickte es weiter an König Manuel den Ersten. Dürer, in Nürnberg, sah das Tier nie. Er arbeitete nur nach einem Brief und einer flüchtigen Skizze, die den weiten Weg über die Alpen gefunden hatten. Deshalb steckt sein Nashorn in einem regelrechten Panzer aus genieteten Platten, mit Schuppen an den Beinen und einem zweiten kleinen Horn am Nacken, das kein echtes Nashorn besitzt. Oben setzte er stolz seine Signatur und das Wort Rhinocerus hinzu. Das Tier selbst kam nie an seinem Ziel an. Manuel wollte es dem Papst schenken, doch das Schiff sank vor der ligurischen Küste, und angekettet ertrank das Nashorn. Dürers Holzschnitt aber wurde in ganz Europa nachgedruckt und galt über 200 Jahre hinweg als das maßgebliche Bild eines Nashorns, gepanzert und falsch.




