
Blindekuh
Details
Die Geschichte
Von 1862 bis 1866 arbeitete Menzel immer wieder im Berliner Schloss an einem riesigen Staatsauftrag, der Krönung König Wilhelms I. von Preußen. Nebenher zeichnete er Rüstung um Rüstung und malte eine Reihe kleiner Gouachen danach. Dieses Blatt, 1867 datiert, macht aus solchen Studien eine Szene. Ein Ritter im Feldharnisch der Renaissance, gebaut für die Schlacht und nicht fürs Turnier, trägt den geschlossenen Helm. Eine junge Frau mit Blumenkranz schmiegt sich an seine Schulter und hält ihm ein Sträußchen vors Visier. Der Halsrand des Harnischs ist mit rotem Atlas gefüttert, damit das Eisen weniger scheuerte und leiser klang. Der Titel spielt auf die Blindekuh an, das Kinderspiel mit verbundenen Augen, und hier übernimmt der Helm die Augenbinde. Hinter den beiden steht ein bärtiger Soldat mit Hellebarde und spanischem Morion auf dem Kopf.




