
Pierre-Auguste Renoir · PD
Bois de la Chaise (Noirmoutier)
Details
Die Geschichte
Im September 1892 setzte Renoir nach Noirmoutier über, einer Insel vor der französischen Atlantikküste südlich der Loiremündung. Der Bois de la Chaise, ein Kiefernwald an ihrer Nordspitze, war damals ein stiller Badeort mit Villen und Chalets, nach einem zeitgenössischen Reiseführer eher vom Adel als von der eleganten Welt besucht. Renoir wohnte im Hôtel du Lion d’Or, dem ersten Haus der Insel, und schrieb danach an die Malerin Berthe Morisot, Noirmoutier sei herrlich und ganz südlich, viel schöner als Jersey und Guernsey, aber viel zu weit weg.
Im selben Brief gestand er, er könne sich nicht mehr wie ein Straßengaukler unter freiem Himmel aufpflanzen. Die Kuratoren der Barnes Foundation halten es deshalb für wahrscheinlich, dass dieses Bild im Atelier entstand, vielleicht erst in Paris, nach lockereren Studien vor Ort. Eine davon befindet sich heute in Winterthur. So erklärt sich, dass die geschwungenen Äste im Vordergrund fast wie ein Ornament wirken, während die kleinen Figuren unter den Bäumen und die weißen Segel auf dem Meer nur angedeutet sind.




