
Büste eines Römers, sog. „Sulla“
Details
Die Geschichte
Zwei Büsten in diesem Saal haben sehr verschiedene Wege hinter sich, bevor sie zusammenfanden. Diese stand einst in der Casa dei Crescenzi, einem mittelalterlichen Haus am Tiberufer in Rom, später im Palazzo Gaetani und bis 1808 im Palazzo Ruspoli. 1811 wurde sie aus dem Besitz eines gewissen Vitali für Kronprinz Ludwig von Bayern erworben. Ihr Gegenstück, die Büste mit dem Rufnamen Marius, befand sich spätestens seit 1642 im Palazzo Barberini, und Ludwig kaufte sie drei Jahre nach dieser.
Nebeneinander zeigt sich, wie viel die beiden verbindet. Das Museum sieht in beiden dieselbe bildhauerische Handschrift und verwandte Gesichtszüge und schließt daraus, dass sie um 30 v. Chr. in derselben römischen Werkstatt entstanden und als Paar gedacht waren. Die Köpfe wenden sich in entgegengesetzte Richtungen. Dieser Mann dreht den Kopf energisch nach rechts, und sein Haar ist länger als das seines Partners, lockig und bewegt.
Der Name Sulla, nach dem Feldherrn, der sich zum Diktator Roms machte, ist nur eine überlieferte Bezeichnung, und das Museum betont, dass die Benennung offenbleiben muss.




