
Kopf eines Mannes („Brutus Rondanini“)
Details
Die Geschichte
Für diesen Kopf gibt es zwei Datierungen, rund 15 Jahre auseinander. Das Museum setzt ihn um 40 v. Chr. an, in die letzten Jahre der Republik. Die Datenbank des Deutschen Archäologischen Instituts nennt dagegen, mit Verweis auf den Archäologen Paul Zanker, die frühe Zeit des Augustus, 30 bis 20 v. Chr. Genau in diesen Jahren wandelte sich das römische Porträt. Die schonungslose Wiedergabe des Alters, die der republikanische Adel geschätzt hatte, wich ruhigeren, glatteren Gesichtern.
Dieser Mann steht mitten in jenem Übergang. Er ist im mittleren Alter, und die Spuren der Jahre sind da, die gefurchte Stirn, die Krähenfüße, die tiefen Falten von der Nase zu den Mundwinkeln. Das Museum betont, dass sie bereits gemildert sind. Das kurze Haar ist in die Stirn gekämmt, die Nase ist eine spätere Ergänzung.
1811 wurde der Kopf für Kronprinz Ludwig von Bayern aus dem Palazzo Rondanini in Rom erworben. Sein alter Name, Brutus Rondanini, verbindet diesen Palast mit einem berühmten römischen Familiennamen. Das Museum nennt ihn schlicht Kopf eines Mannes.




