Büste des Kardinals Scipione Borghese (erste Fassung)

Büste des Kardinals Scipione Borghese (erste Fassung)


Details

Jahr
1632
Technik
Carrara-Marmor
Gattung
Skulptur

Die Geschichte

Bei dieser Büste ist etwas schiefgegangen. Als Berninis Gehilfen sie 1632 polierten, zeigte sich ein Fehler im Marmor, ein Riss quer über die Stirn des Kardinals. Bernini meißelte das ganze Bildnis daraufhin aus einem neuen Block noch einmal, und diese zweite Fassung steht ganz in der Nähe. Sein früher Biograf Filippo Baldinucci erzählt das wie eine kleine Inszenierung. Dem Kardinal habe man zuerst die beschädigte Büste gezeigt, er habe seine Enttäuschung verborgen, und dann habe Bernini das makellose Gegenstück enthüllt. Berninis Sohn erzählte es anders. In beiden Fassungen kommt allerdings Papst Paul V. vor, der seit 11 Jahren tot war, die Einzelheiten sind also mit Vorsicht zu genießen. Der Riss ist bis heute zu sehen. Suchen Sie die feine Linie, die über der Augenpartie die Stirn quert. Sonst wirkt die Büste ungemein lebendig, der Kopf gedreht, die Lippen geöffnet, als wolle Scipione gleich etwas sagen. Viele Forscher, darunter Rudolf Wittkower, haben diese erste, beschädigte Fassung der zweiten vorgezogen.

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