
Cromwell vor dem Sarg Karls I.
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Die Geschichte
Als diese Szene 1831 zum ersten Mal im Pariser Salon zu sehen war, hatte Frankreich in der Julirevolution jenes Sommers gerade selbst einen König aus dem Amt gejagt, und die älteren Besucher erinnerten sich noch an die Hinrichtung Ludwigs XVI. im Jahr 1793. Ein französisches Publikum trat also schon vorbereitet vor Delaroches Bild eines englischen Königsmords. Es zeigt Oliver Cromwell, den Bürgerlichen, der England regierte, nachdem Karl I. 1649 enthauptet worden war, allein mit dem toten König. Diesen Moment hat es nie gegeben. Er stammt aus einer Erzählung des Schriftstellers Chateaubriand, der sich ausmalte, wie Cromwell den Sarg nachts öffnen ließ, um den Leichnam zu betrachten. Cromwell hebt den Deckel und mustert den Toten, und Delaroche lässt sein Gesicht bewusst undeutbar, sodass man in ein und demselben Mann Trauer oder kalte Genugtuung lesen kann. Man achte auf den Hals des Königs, wo der abgetrennte Kopf wieder angenäht ist und eine dünne rote Linie zeigt, wo das Beil traf. Um Licht und Haltung zu treffen, arbeitete Delaroche nach einem kleinen Bühnenmodell, dessen Figuren Bühnenbildner der Pariser Oper aus Gips formten.




