
David und Bathseba
Details
Die Geschichte
Im Mai 1852 ließ der Graf von Morny seine Gemäldesammlung in Paris versteigern. Ein halbes Jahr zuvor hatte er seinem Halbbruder Louis-Napoléon mit einem Staatsstreich an die Macht verholfen. Diese große Holztafel stand als Nummer 13 im Katalog, doch Morny zog sie zurück und schenkte sie umgehend dem Louvre.
Die Geschichte steht im zweiten Buch Samuel. Weit hinten, auf einer Terrasse seines Palastes, erblickt König David Bathseba, die Frau seines Kriegers Uria, und schickt einen Diener, um sie holen zu lassen. Jan Massys überlässt ihr den ganzen Vordergrund, und sie erinnert eher an eine Venus bei der Toilette als an eine Gestalt der Bibel. Auch die Hunde bilden ein Paar. Auf Davids Seite steht ein Windhund, der Jagdgefährte von Fürsten, auf ihrer ein Zwergspaniel, das Schoßhündchen einer Dame. Signatur und Jahreszahl 1562 hat Massys auf das Gesims des Palastportikus gesetzt.



