
Lot und seine Töchter
Details
Die Geschichte
Auf dem Felsen oben links steht eine lateinische Zeile, 1563, IOANES MASSIS PINGEBAT, also etwa »Jan Massys malte es«. Die unvollendete Zeitform geht auf den römischen Schriftsteller Plinius zurück. Er berichtet, die großen griechischen Maler hätten so signiert, als wäre ein Werk nie ganz fertig, und Künstler der Renaissance griffen die Formel auf.
Die Geschichte steht in der Genesis. Nachdem Sodom verbrannt war, glaubten Lots Töchter, es gebe keine Männer mehr auf der Welt. Sie machten den Vater mit Wein betrunken und schliefen mit ihm, und ihre Söhne wurden die Stammväter der Moabiter und Ammoniter. Massys gibt den Vordergrund der Umarmung und dem Becher, in der Ferne brennt die Stadt. Diese Landschaft hat nach Ansicht des Kunsthistorischen Museums vielleicht sein Bruder Cornelis gemalt, und eine kleine Szene links zeigt wohl Lots Frau, zur Salzsäule erstarrt. Im Dezember desselben Jahres beschloss das Konzil von Trient in seiner letzten Sitzung, religiöse Bilder müssten jede Laszivität meiden.



