
Eugène Delacroix · PD
Der Tod des Sardanapal
Details
Die Geschichte
Als Delacroix dieses riesige Bild 1827 für den Pariser Salon malte, war er 29 Jahre alt und der gefeierte Kopf der jungen romantischen Malerei. Die Vorlage lieferte ein Versdrama Lord Byrons von 1821 über den assyrischen König Sardanapal, der seine Stadt an die Belagerer verliert. Delacroix zeigt den Augenblick, in dem der König befiehlt, vor seinem eigenen Tod alles zu vernichten, was ihm lieb war: seine Frauen, seine Pferde und seinen Schatz. Sardanapal liegt oben links auf einem roten Bett und sieht dem Gemetzel beinahe teilnahmslos zu, während sich darunter Körper, Stoffe und Gold zu einem einzigen Strudel türmen. Es gibt keine ruhige Linie, kein Zentrum, an dem das Auge zur Ruhe käme. Genau das empörte das Publikum des Salons. Die Kritik war so vernichtend, dass Delacroix jahrelang keine Käufer mehr fand und ein Staatsbeamter ihm nahelegte, seinen Stil zu mäßigen. Erst 1921 kaufte Frankreich das Werk für den Louvre, wo es heute nicht weit von seiner «Freiheit, die das Volk führt» hängt.




