
Eugène Delacroix · PD
Das Massaker von Chios
Details
Die Geschichte
1822 überfielen osmanische Truppen die griechische Insel Chios und richteten unter ihren Bewohnern ein Blutbad an. Zehntausende wurden getötet oder in die Sklaverei verschleppt. Die Nachricht erschütterte ganz Europa, wo viele mit dem griechischen Freiheitskampf sympathisierten, unter ihnen der Dichter Lord Byron. Der junge Delacroix griff das frische Ereignis auf und zeigte 1824 im Pariser Salon nicht die Schlacht, sondern ihre Opfer. Im Vordergrund kauern erschöpfte, verwundete und sterbende Griechen, eine Mutter, deren Kind noch an ihrer Brust liegt, während sie selbst schon leblos wirkt. Rechts zerrt ein Reiter eine gefesselte Frau hinter sein Pferd. Über der Gruppe dehnt sich eine weite, rauchige Landschaft, in der ferne Dörfer brennen. Delacroix malte nicht den Sieg der Waffen, sondern das Leid derer, die ihnen ausgeliefert waren. Kurz vor der Eröffnung des Salons sah er ein Landschaftsbild des Engländers Constable und übermalte daraufhin den Hintergrund seines eigenen Werks in frischeren, helleren Tönen.




