Ecce Homo

Ecce Homo


Details

Künstler
Guercino
Jahr
1644
Technik
Öl auf Leinwand
Gattung
Gemälde
Maße
65 × 53 cm

Die Geschichte

Guercinos Rechnungsbuch, das sein Bruder Paolo Antonio 1629 angelegt hatte und das die Familie Posten für Posten weiterführte, verzeichnet am 30. September 1644 eine Zahlung von 50 Ducatoni. Giovanni Battista Tartaglioni aus Modena bezahlte damit einen Ecce Homo. Über diesen Eintrag lässt sich das Bild bestimmen. Guercino nahm meist feste Preise nach der Zahl der Figuren, etwa 25 bis 35 Ducatoni für einen Kopf und 40 bis 60 für eine Halbfigur. Fünfmal taucht das Thema im Buch auf, und nur hier geht es um eine Halbfigur Christi allein.

Zwei Jahre zuvor, am 27. September 1642, hatte der Maler seine Heimatstadt Cento verlassen und war nach Bologna gezogen. Ein zeitgenössisches Tagebuch berichtet, sein Freund Graf Filippo Aldrovandi habe ihn dazu gedrängt, um ihn vor den Gefahren des Castro-Krieges in Sicherheit zu bringen, den die Familie Papst Urbans VIII. damals gegen den Herzog von Parma führte.

Die Worte Ecce homo, seht, welch ein Mensch, spricht Pilatus im Johannesevangelium, als er den gegeißelten Jesus dem Volk vorführt. Guercino lässt Pilatus und die Menge weg. Es bleibt nur Christus im Purpurmantel mit der Dornenkrone. Das Museum hebt hervor, wie irdisch er hier noch wirkt, mit Schweißperlen zwischen Nase und Augen, den Striemen der Geißel auf der Brust, dem Licht auf den Blutstropfen und dem halb geöffneten Mund.

1750 erscheint das Bild in den Inventaren der Corsini, mit dem Vermerk, es stamme aus dem Nachlass eines Kardinals der Familie Cibo.

Stehst du davor? Richte die Kamera drauf. Hol dir die App.