
Fantastische Landschaft
Details
Die Geschichte
Am unteren Rand, etwas nach links gerückt, steht eine kleine gemalte Zahl, 583. Sie gehört zum Inventar des Hauses Borghese von 1693, dessen Schreiber ein längliches Bild von etwa dreieinhalb Palmi beschrieb, eine Landschaft mit einem kleinen Ort. Ein römischer Palmo maß gut 22 Zentimeter, die Schätzung ergibt also rund 78, genau die heutige Höhe der Leinwand. Der kleine Ort liegt rechts jenseits des Wassers, ein nächtlicher Flusshafen mit Glockenturm, Kuppeln und einem vor Anker liegenden Schiff, hell vor dem dunklen Grund. Der Schreiber nannte Paul Bril, und das Fideikommiss-Inventar von 1833 hielt das Gemälde für ganz eigenhändig. Spätere Kritiker erkannten darin die Hand eines Nachfolgers oder der Werkstatt, eine Forscherin schlug Frederik van Valckenborch vor, und 2006 veröffentlichte die Kunsthistorikerin Kristina Herrmann Fiore es als Arbeit Brils mit einem Gehilfen. Derzeit ist das Bild nicht ausgestellt.

