
Weiblicher Rückenakt
Details
Die Geschichte
Eine nackte Frau liegt mit dem Rücken zu uns, und mehr zeigt das Bild nicht. Um 1740, als Pierre Subleyras es in Rom malte, brauchte ein Akt fast immer einen Vorwand, eine Göttin, eine Nymphe, eine Gestalt aus Mythos oder Allegorie. Er liefert keinen. Das Museum weist darauf hin, dass wir nicht einmal wissen, ob sie ein bezahltes Modell war, eine Geliebte oder die eigene Frau des Malers. Nach einer lebenden Frau zu arbeiten, war im päpstlichen Rom heikel. An der Akademie der Stadt durften die Maler angeblich überhaupt keine weiblichen Modelle verwenden. Die Leinwand ist lang und niedrig, 136 Zentimeter breit und 74 hoch. Das Museum vergleicht ihre Unverblümtheit mit Édouard Manets Olympia, die mehr als ein Jahrhundert später, 1865, in Paris einen Skandal auslöste. Ins Museum kam das Bild 1963 als Vermächtnis der Marchesa Maria Rosa Gabrielli Gagliardi.

