
Blumen in einer Wanli-Vase, mit Muscheln
Details
Die Geschichte
Die Vase war ein kostbares Stück. Ihr blau-weißes Porzellan entstand in China unter dem Kaiser Wanli, der von 1573 bis 1620 regierte, und holländische Schiffe brachten solche Ware in großen Mengen heim. In den Niederlanden nannte man sie Kraak-Porzellan, wohl nach den portugiesischen Karacken, die die Ostindien-Kompanie zu Beginn des Jahrhunderts kaperte und deren Ladungen in Amsterdam versteigert wurden.
Van der Ast malte diese Tafel in späten Jahren, um 1640 bis 1650, als er längst in Delft lebte. Das Mauritshuis weist darauf hin, dass der Strauß freier gemalt ist als die seiner Vorgänger und nur wenige Blumenarten enthält, sodass man leichter glaubt, er habe tatsächlich einmal auf einem Tisch gestanden. Aus der Vase steigen Tulpen, eine Iris, Hyazinthen und Maiglöckchen, auf der Steinkante liegen Muscheln, eine Raupe und eine kleine Eidechse. Die Tafel kam 1996 als Dauerleihgabe ins Museum, von dessen Freundesstiftung, der der Sammler J. H. Loudon sie gerade vermacht hatte.




