
Die Kartenlegerin
Details
Die Geschichte
Lange galt diese kleine Holztafel nicht als eigenhändiges Werk. 1923 gehörte sie Alfred Luzarche d'Azay in Azay-le-Ferron, und dort führte man sie als Kopie nach einem verlorenen Original des Lucas van Leyden. Seine Tochter Marie-Marguerite Lebaudy, verheiratet mit einem Zuckerindustriellen, vermachte sie 1949 dem Louvre, damals vorsichtig Lucas oder einem Maler aus seinem Umkreis zugeschrieben, und behielt sie bis zu ihrem Lebensende. Als das Bild 1962 nach ihrem Tod ins Museum kam, trug es seinen Namen. Der Louvre selbst datiert es nur allgemein ins 16. Jahrhundert, üblich ist die Einordnung in die frühen Jahre des Malers, um 1508 bis 1510. Eine junge Frau legt Spielkarten auf einer gemusterten Decke aus. Ein junger Mann im pelzbesetzten Rock reicht ihr eine Nelke, und eine zweite steckt schon an ihrem Mieder. In der Bildsprache der Zeit konnte die Nelke für ein Verlöbnis stehen. Hinter dem Paar schaut ein Narr mit seiner Kappe zu, und seinetwegen hing die Tafel 2024 in der Ausstellung des Louvre über die Figur des Narren.




