
Kopf eines lachenden Jünglings
Details
Die Geschichte
Im Inventar der Familie Borghese von 1693 heißt dieses Bild „Lachender Narr“, und man versteht sofort, warum. Ein junger Mann grinst uns schräg an, die Augen zusammengekniffen, ein weißes Tuch turbanartig um den Kopf geschlungen, dazu eine zerknitterte Halskrause. Wer er war, weiß man nicht, und fertig gemalt wurde das Bild nie. Es ist in Öl auf ein Blatt Papier gemalt, das später auf Leinwand aufgezogen wurde. Rund um die Kopfbedeckung sieht man noch die Umrisse der Vorzeichnung, darüber die Farbe mal flüssig, mal pastos aufgetragen. Der Kunsthistoriker Roberto Longhi erkannte darin 1928 ein Jugendwerk von Annibale Carracci. Heute datiert man es um 1585, in die Zeit, als der Maler noch in Bologna arbeitete. Bis 1902 blieb es im Besitz der Familie, dann kaufte der italienische Staat die Sammlung. Ausgestellt ist es derzeit nicht, es liegt im Depot der Galerie.




