
Diego Velázquez · PD
Kopf eines Apostels
Details
Die Geschichte
Der Kopf wirkt, als hätte der Maler einen alten Mann vor sich gehabt, jede Falte abgelesen, jedes graue Haar einzeln gesetzt. Die Vorlage war jedoch ein Blatt Papier. Dieser Apostelkopf und der Paulus, der heute in Barcelona hängt, gehen beide auf einen Kupferstich des Niederländers Werner van den Valckert zurück, und gedruckte Vorlagen waren für eine Werkstatt jener Jahre ein ganz normales Arbeitsmittel. Um 1619 und 1620 war Velázquez etwa zwanzig und arbeitete noch in Sevilla. Das Bild ist ein Ausschnitt, herausgeschnitten aus einer größeren Leinwand, die zu einer Apostelfolge gehörte, und welcher der zwölf hier gemeint war, lässt sich nicht mehr sagen. Was für die Zuschreibung an Velázquez spricht, ist vor allem die Machart. Wie das Licht über die Haut läuft und wie graue und dunkle Haare ineinandergreifen, findet sich fast gleich beim alten Mann im Wasserverkäufer und im Bildnis seines Lehrers Francisco Pacheco. Der spanische Staat kaufte die kleine Leinwand 2006 für den Prado, sie misst 38 mal 29 Zentimeter.




