
Gustav Klimt, Hope, 1903. Wikimedia Commons. · PD
Die Hoffnung I
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Die Geschichte
1903 malte Gustav Klimt in Wien etwas, das er kaum zeigen konnte: eine hochschwangere, nackte junge Frau, im Profil, mit rotem Haar. Hinter ihr tauchen ein Totenschädel und dunkle, drohende Fratzen auf, als lauere hinter der Erwartung eines Kindes gleich der Tod. Das Bild war so anstößig, dass es zunächst nicht öffentlich ausgestellt wurde. Der Sammler Fritz Waerndorfer, der es erwarb, bewahrte es hinter einer Klapptür auf und zeigte es nur ausgewählten Gästen. Klimt gehörte damals zur Wiener Secession, die mit den Sehgewohnheiten der Kaiserstadt brach. Dass eine schwangere Frau überhaupt nackt und ohne mythologischen Vorwand gemalt wurde, war für das Wien um 1900 ein Tabubruch. Ihr Blick geht ruhig an all dem vorbei, das Kind schützend nach vorn gewandt.




